Oscars Wohn- und Arbeitsplatz

... aus meiner Sicht
... aus meiner Sicht

Im Laufe eines Pferdelebens gibt es viele einschneidende Ereignisse: Mit dazu gehören auch Stallwechsel. Dabei sind die Lebensbedingungen enorm wichtig für mein Wohlbefinden. Hier will ich einmal einen Überblick über meinen Wohn- und Arbeitsplatz geben. Immerhin bin ich schon mehr als 6 Jahre im "Hahnenhof" zu Hause und ich hoffe für immer!

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Neben der Eingangstür zu meiner Box ist die Futterklappe und die Haferkiste zu sehen. Inzwischen weiss ich, wie ich den Deckel zur Haferkiste öffnen kann. Leider fördert mein Futtergeber dieses Talent nicht :-( Daneben steht der große Schrank, der natürlich viel zu klein ist :-) Aber es geht schon eine Menge rein.

Interessant auch mein "Heuautomat". Hier werden von außen Quaderballen Heu eingestellt, die im Schnitt für 1 Monat reichen. Es ist schon toll, dass ich ständig über wirklich gutes Heu verfügen kann. Mit gutem Heu kennt sich der SB aus. Im Rheinland, in der Eifel und im Westerwald ist er während der Heuernte mit eigenen Pressen im Einsatz. Mir schmeckts! :-))

Auch bei der Einstreu zeigt sich der Betreiber nicht kleinlich. Es wird regelmäßig groß gemistet, täglich werden die "Äppel" entfernt und zweimal die Woche wird frisches Stroh nachgestreut. Wobei Stroh nur ein Sammelbegriff für verschiedene Einstreuarten ist. Neben den verschiedenen Stroh-sorten kann auf Wunsch auch herrlich duftender Waldboden als Unterlage eingebracht werden.

Erwähnenswert ist auch die beheizte Tränke. Die letzten - sehr strengen Winter - hatte ich immer angenehm temperiertes Wasser zum Saufen. Gefrorene Tränken im Winter kenne ich nur von früher! :-)

Seit dem Sommer 2013 hat sich mein Leben entscheident verändert: Ich bekam mit Lewis einen tollen Weidekumpel. Dieser stand auch im Rundstall - aber auf der anderen Seite. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Leider war unser Zusammensein anfangs noch auf (halb-)tägliches gemeinsames Grasen beschränkt.

6 Wochen später (17.8.2013) war es dann soweit.  Nachdem auf der anderen Seite des Rundstalls ein Pferd wegzog, vollzogen die Stallbetreiber einige Umstellungen, so dass  ich mit Lewis im Rundstall eine Doppelbox (2 Boxen mit herausgeschobener Trennwand) beziehen konnte.

Von da an war alles doppelt vorhanden: Je zwei Ein- und Ausgänge, Futterklappen, Heuraufen und beheizte Tränken sowie ein rd. 60 m² großes Paddock. Nur die Weidefläche verdoppelte sich nicht. Ursprünglich war diese Seite des Rundstalls nämlich für sog. Rehe-Pferde vorgesehen. Deshalb bekamen wir im vergangenen Herbst eine Zusatz-Weidefläche zugewiesenen (Ergänzung durch ein benachbartes Stück, das wegen eines "Rehe-Pferdes" bisher brach lag). Danke an alle, die hierbei positiv mitwirkten und dies ermöglichten! Wir hoffen, dass auch in den kommenden Weidezeiten ähnliche Regelungen getroffen werden.

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Für Außenstehende mag das wie ein "großer Tanzsaal" aussehen. Tatsächlich sind das aber "nur" 2 Boxen ohne Trennwand. Wie auch immer: Wir fühlen uns hier richtig wohl, denn sonst blieb alles wie früher: Stets gutes Heu verfügbar, ausreichend Stroh als Einstreu, auch im Wnter angenehm temperiertes Wasser, ein jetzt doppelt so großes Paddock und der direkte Zugang zu unserer Weide.

Hier sieht man einen Teilausschnitt vom Rundstall, in den auch unsere Box integriert ist. In der Mitte befindet sich der große Waschplatz. Die Südseite ist zusätzlich durch ein Windnetz geschützt. Auch hier wurde das Konzept des SB verwirklicht: Rund um den Rundstall schließen sich die Weideparzellen der einzelnne Boxen an, die strahlenförmig um die Stallanlage angeordnet sind.

Auf der anderen Seite der Straße befindet sich der eigentliche Offenstallbereich. Auch dort sind die einzelnen Hütten (mit Ruhe- und Fressbereich sowie Schrankraum und Waschplatz) jeweils dort errichtet, wo sich rundherum die einzelnen Weideparzellen (i.d.R. für 4 Pferde) befinden.

Rund um die Weiden des Offenstallbereichs ist ein ca. 1,5 km langer Rundweg angelegt. Dieser ist nach außen durch einen Maschenzaun (Schutz gegen evtl. eindringende Hunde) gesichert. Der ca. 3 m breite Weg eignet sich ideal zum "Trockenreiten" oder als Lösungsrunde nach konzentrierter Dressurarbeit.

So wie sich neben dem Außenplatz ein Infostand steht, ist neben der großen Reithalle eine "Erste-Hilfe-Station" angesiedelt. Hier findet man für den Notfall notwendige Materialien. In der Kiste befindet sich darüber hinaus entsprechendes Werkzeug, um im Notfall ein Hufeisen anzubringen oder abnehmen zu können.

 

Zu den einzelnen Arbeitsstätten führen Wege, die inzwischen mit Verbundsteinen ausgelegt sind und eigentlich zum Verweilen einladen :-) In der gesamten Anlage gibt es viele idyllische Stellen, die nicht nur Pferdeherzen erfreuen!

Auf der Rundstallseite bedinden sich die "kleine Reithalle" (ca. 20 x 40 m) und direkt daneben eine Heu- und Strohlager-Halle. Beim Mistplatz handelt es sich eigentlich um ein "Zwischenlager", dessen Inhalt täglich geleert wird.

Zentrale Arbeitsstätte ist - zumindest bei schlechtem Wetter - die große Reithalle (20 x 60 m). Während in der kleinen Reithalle auch Bodenarbeit durchgeführt oder bei Schlechtwetter longiert werden darf, soll in der großen Halle nur geritten werden. Der Boden wird - wie  in den anderen Reitstätten -  fast täglich abgezogen und wenn nötig vorher bewässert. An einer Längsseite der großen Halle befindet sich eine große Empore, auf der auch kleine Feiern (natürlich ohne Reitbetrieb) durchgeführt werden. An Maria Himmelfahrt wird die große Halle mit Bänken versehen und die hl Messe (Kräutermesse) - vor der Pferdesegnung auf dem daneben liegenden Außenplatz - gefeiert. Auch wenn der "Alt"-Bauer Geburtstag hat oder bei anderen Anlässen ist die Halle schnell gefüllt!

Direkt neben der großen Halle ist der kleine Außenplatz (20 x 40 m) und das Roundpen angelegt. Hinter diesem wurde zu Pfingsten 2013 der neu gebaute große Außenplatz freigegeben. Ein wahres Prunkstück!

In einzelnen Abschnitten der Anlage entdeckt man immer wieder "Glücks-Oasen". So auch auf der Parzelle, auf der Claudia ihre Pferde gewähren lässt. Der kleine Weiher (Löschteich) wird bei schönem Wetter von ihren Pferden ausgiebig genutzt. Ein Bild zum Träumen!

Ebenso zum Träumen sind die vielfältigen Ausreitmöglichkeiten. Hierzu hat sich der SB ein besonders pfiffiges Konzept ausgedacht. Die verschiedenen standartisierten Ausreitrouten sind in einem Plan, den jeder Einsteller erhält, entsprechend markiert. Zu Beginn eines Ausrittes schickt man eine SMS an das Stallhandy und gibt an, welche Reit-Route man beabsichtigt zu nehmen. Sollte die Rückkehr eines Reiters überfällig oder evtl. ein Unfall passiert sein und das Pferd alleine zum Stall zurück kehren, kann die Suche nach dem ggf. Verunglückten auf ein bestimmtes Gebiet konzentriert werden.

 

Erwähnt werden sollten auch die Öffnungszeiten: Die Anlage ist  rund um die Uhr - also täglich 24 Std. - geöffnet. Jeder Einsteller/Reiter kann mittels eines Codes (manuell, per Handy oder Codiergerät) die Tore (2 Haupttore und die Nebentür zum Ausreiten) öffnen.

Auch wenn ich regelmäßig bewegt werde, muss mein Gewicht kontrolliert werden.. Aus diesem Grund hat der SB eine Pferdewaage angeschafft, die das ganze Jahr zur Verfügung steht. Schließlich ist die genaue Kenntnis meines Gewichtes dann besonders notwendig, wenn der Tierarzt sedieren oder aber die Wurmkur-Dosis festgelegt werden muss.

Allerdings verstehe ich meine Betreuer nicht! Einerseits freuen sich alle, wenn ich mein Gewicht gehalten oder sogar ein wenig abgenommen habe - andererseits bekomme ich immer Leckerlis, wenn ich auf die Waage soll! Menschen eben! :-))

Immer wieder treffen sich unsere Menschen im Rundstall und lassen es sich gut gehen. Ein Zeichen dafür, dass das Klima in Ordnung ist.

Gelegentlich gibt es auch Neues! Im März 2014 baute der SB eine - wie ich zunächst glaubte viel zu kleine - Weidehütte im Offenstallbereich. Selbst für ein Shetty wäre dieser Unterstand zu klein gewesen. Dann aber kam die Auflösung: Es war ein Hühnerstall! Seither bereichern 7 stolze Hühner und ein Hahn unsere Anlage!

Gerade rechtzeitig - vor Beginn der Hitzeperiode 2015 - überraschte der SB Pferde und Reiter mit seiner neusten Innovation: Dem Bau eines Pferde-Planschbeckens! Keine Frage, das ist schon etwas Außergewöhnliches. Ob der SB wusste, dass ich gerne plansche?

 

Oft begegnen mir die "Alt"-Bauern in der Anlage. Rosemarie bekocht täglich nicht nur die komplette Mannschaft (mit allen Helfern rd. 1 Dutzend), auf sie geht auch alles Blühende in der Anlage zurück. Und dann radelt sie regelmäßig in Begleitung von Ben, damit dieser entsprechende Bewegung hat. Ihr Mann Peter bewegt sich dagegen meist motorisiert. So ist es ihm möglich, die weitverzweigte Anlage täglich mehrfach abzufahren und nach dem Rechten zu sehen. 

Zu den ständig ansprechbaren hilfreichen Geistern zählt ganz besonders der Bruder von Rosemarie (Onkel des Stallbetreibers Markus): Hans-Gerd! Er befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes im "Unruhestand". Wo immer in der Anlage etwas beschädigt ist oder ausgewechselt werden muss, ist Hans-Gerd zur Stelle. Gleichzeitig ist Hans-Gerd Pferdemensch mit Leib und Seele. Er reitet nach wie vor seinen Clowny.

Von großer Bedeutung sind die Neuerungen, die an meinen Arbeitsstätten durchgeführt werden. So wurde im Frühjahr 2014 der kleine Reit -bzw. Longier-Platz hinter der großen Reithalle (intern: Bolzplatz) von Grund auf neu gestaltet. Der SB lies den alten Belag abtragen und dann nach dem Ebbe-Flut-System neu gestalten. Dieses System garantiert eine gleichmäßig leicht angefeuchtete Tretschicht. Ein staubiger Platz nach langer Trockenheit oder eine Seenplatte nach Dauerregen wird es künftig nicht mehr geben. In diesem Zusammenhang wurde der Platz neu eingefasst und auch die Begrenzung neu errichtet.

Auch der Außenplatz neben der großen Halle wurde im Mai 2014 generalüberholt. Die in die Jahre gekommene Einfassung aus Holz wurden durch Randsteine ersetzt. Ringsherum wurden auch die hölzernen Begrenzungen neu gefasst. Dabei wurde die Empore (Aufstiegshilfe) gleich mit erneuert. Als Schmankerl führt künftig eine LED-Beleuchtung um den Platz herum. Die großen stromfressenden Lichtmasten haben dann ausgedient. So macht Technik auch uns Pferden Spaß!

(v.l.n.r.) Beate, Ben, Markus
(v.l.n.r.) Beate, Ben, Markus

 

 

 

Verantwortlich für alles ist das "Hofteam": Markus, Beate und Ben! Helfende Mitarbeiter gibt es noch einige mehr. Diese tragen zum Wohlergehen von mir und meinen Artgenossen bei. Eigentlich ganz schön viel Aufwand, um uns ein tolles Pferdeleben zu bieten - wir genießen es in vollen Zügen! 

 

 

Übrigens: Alle Fotos - mit Ausnahme der besonders gekennzeichneten - wurden zu Pfingsten 2013 bzw. in der Folgezeit gefertigt.